Schwabmünchen soll sich wappnen, bevor der nächste heiße Sommer kommt. Die SPD-Fraktion bringt dazu gemeinsam mit den Grünen einen Antrag in den Stadtrat ein: Die Stadt soll bis zum Sommer 2027 einen kommunalen Hitzeaktionsplan aufstellen.
Der Anlass ist ernst. Hitze ist in Europa die tödlichste Wetterlage. Das Robert-Koch-Institut schätzt allein bis Ende Juni rund 5.120 Hitzetote in Deutschland, die allermeisten davon über 75 Jahre alt. Rechnet man diese Zahl auf Schwabmünchen herunter, stehen etwa drei Todesfälle in einem einzigen Sommer. Genau das lässt sich mit Vorsorge verhindern.
„Der Beschluss kostet heute fast nichts und schützt morgen Leben", sagt Fabian Wamser, Fraktionsvorsitzender der SPD im Schwabmünchener Stadtrat. „Wir warten nicht auf München. Schwabmünchen fängt selbst an." Kern des Antrags ist der Plan selbst. Eine Task-Force aus Verwaltung, Fachleuten und den städtischen Beiräten für Jugend, Senioren und Inklusion soll ihn bis zum Frühjahr 2027 erarbeiten und dem Stadtrat vorlegen. Kostenlose Fachberatung des Freistaats steht dafür bereit.
Auf die ersten Schritte will die Fraktion nicht warten. Vieles ist einfach und günstig: kühle Räume in städtischen Gebäuden, mehr Trinkbrunnen, ein Faltblatt mit Tipps für heiße Tage. Nach dem Vorbild der Stadt Straubing sollen Hitzepatenschaften entstehen – Nachbarinnen und Nachbarn, die an heißen Tagen nach älteren Menschen schauen. Für diese Sofortmaßnahmen soll bereits im Haushalt 2027 Geld eingeplant werden.
Auch beim Bauen setzt der Antrag an. Bei laufenden Projekten wie dem Alten Rathaus und dem Jugendzentrum will die Fraktion Kühlung und Schatten prüfen lassen. Diese Gebäude könnten später selbst zu öffentlichen kühlen Orten werden. Bei künftigen Vorhaben sollen Begrünung, Beschattung und Entsiegelung von Anfang an mitgedacht werden.
Bewusst bleibt der Antrag in der städtischen Zuständigkeit. Die amtliche Warnung der Bevölkerung und der Katastrophenschutz liegen beim Landkreis. Dort sucht die Stadt die Abstimmung. Was sie selbst in der Hand hat, packt sie selbst an – bei Kitas, Schulen, Plätzen und den eigenen Gebäuden.
Auch der Zeitpunkt spricht für rasches Handeln. Die Förderrichtlinie des Freistaats ist seit August wieder offen und bezieht Hitze ausdrücklich ein. Ein Hitzeaktionsplan ist die Voraussetzung, um an diese Mittel zu kommen. Wer jetzt beginnt, sichert sich die Förderung.
Für die SPD-Fraktion ist die Sache klar: Hitzeschutz ist Vorsorge. Für die Menschen, die es am härtesten trifft, und für die Stadt als Ganzes.